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Cyber Security: 10 Tipps, um Ihr Unternehmen effektiv vor Cyberangriffen zu schützen

Cyber Security: 10 Tipps, um Ihr Unternehmen effektiv vor Cyberangriffen zu schützen

Sissy Scheible
Sissy Scheible
Veröffentlicht am Juli 19, 2023   

Cyber Security - Das Wichtigste in Kürze:

  • Cyber Security bezeichnet die Maßnahmen und Technologien, die Unternehmen einsetzen, um ihre Systeme vor unberechtigten Zugriffen zu schützen.

  • Die häufigsten Cyberbedrohungen sind Phishing, Malware, Denial-of-Service-Angriffe, Man-in-the-Middle-Angriffe, Social Engineering, Zero-Day-Exploits und Insider Bedrohungen. 

  • Es gibt zehn wichtige Schritte, um Ihr Unternehmen vor Angriffen zu schützen.

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Cyber Security immer up to date ist. 


Was haben Unternehmen wie Jobrad, Deutsche Leasing, United Hoster, Badische Stahlwerke, Bayerischer Rundfunk, Flughafen Hamburg und Sky Deutschland gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Was sie eint ist, dass sie alle 2023 schon Opfer von Cyberangriffen wurden. Die Folgen: Betriebsstörungen, Umsatzeinbußen, hohe Kosten für die Wiederherstellung der Daten und Reputationsschäden.

2022 wurden 81 deutsche Unternehmen Opfer einer Cyberattacke, wobei die Dunkelziffer mit Sicherheit um einiges höher liegen dürfte. Die Täter unterschieden bei der Auswahl ihrer Opfer nicht nach Größe oder Bekanntheit der Unternehmen. Jede Firma hat Daten, die für Hacker interessant sind. Deshalb müssen auch Sie Maßnahmen zur Cyber Security ergreifen.

Was ist Cyber Security?

Cyber Security bezeichnet die Maßnahmen und Technologien, die Unternehmen einsetzen, um ihre Systeme, Netzwerke, Daten und digitale Assets (z.B. Foto-, Video-, Audio- und Grafikdateien) vor unbefugtem Zugriff, Datenverlust, Diebstahl und anderen Bedrohungen zu schützen. Sie umfasst eine Vielzahl von Bereichen, wie Netzwerksicherheit, Datensicherheit, Informationssicherheit, Zugriffskontrollen und Incident Response (Erkennung von Cyberbedrohungen und Reaktion auf diese).

Warum ist Cyber Security so wichtig?

Wie bereits erwähnt, ist kein Unternehmen davor gefeit, Opfer eines Cyberangriffs zu werden. Dem Finanzdienstleister Equifax wurden 2017 die persönlichen Daten von rund 145 Millionen US Bürgern gestohlen, darunter auch die in den USA so wichtigen Sozialversicherungsnummern. Facebook wurden 2019 von Hackern mehr als 533 Millionen Datensätze gestohlen, darunter auch Telefonnummern und Mailadressen der Nutzer. Alle Rekorde bricht aber Yahoo: Die Daten von 3 Milliarden Benutzerkonten wurden gestohlen.

Wenn Sie nun denken, so viele Kunden haben wir nicht, wir müssen nicht befürchten, ins Visier der Hacker zu geraten, irren Sie sich. Auch kleine und mittelständische Unternehmen werden regelmäßig Opfer von Hackerangriffen. Dies kann für Sie, neben erheblichen finanziellen Schäden, Reputationseinbußen und den Verlust des Vertrauens Ihrer Kunden zur Folge haben.

Welche Arten von Cyberangriffen und -bedrohungen gibt es?

Cyberangriffe können auf unterschiedliche Arten erfolgen. Die häufigsten davon sind:

Phishing

Phishing ist eine Form des Betrugs, bei dem Angreifer gefälschte E-Mails, Websites oder Nachrichten verwenden, um an Ihre persönlichen Informationen zu gelangen. Diese gefälschten Kommunikationen können täuschend echt aussehen und versuchen, Sie dazu zu verleiten, vertrauliche Daten wie Benutzernamen, Passwörter oder Kreditkarteninformationen preiszugeben. So könnte zum Beispiel eine scheinbare Mail von Amazon angeben, es gäbe bei Ihrer letzten Bestellung Probleme mit der Bezahlung und Sie müssten Ihre Kontodaten nochmals angeben.

Malware

Malware ist eine Abkürzung für “bösartige Software“. Sie umfasst Viren, Trojaner, Ransomware (Erpressungstrojaner) und andere schädliche Programme, die auf Ihren Geräten installiert werden, ohne dass Sie es merken. Diese Malware kann Ihre Daten stehlen, Ihren Computer blockieren oder unberechtigten Personen Zugriff auf Ihr System gewähren. Die häufigste Art von Hackerangriffen ist inzwischen mittels Ransomware. Es handelt sich dabei um Schadprogramme, mit denen der Hacker dem Computer- oder Serverinhaber den Zugriff und die Nutzung seiner eigenen Daten verwehren kann, indem er diese verschlüsselt. Diese werden dann erst nach einer Zahlung an den Erpresser wieder freigegeben, häufig aber auch dann nicht. 2017 verbreitete sich zum Beispiel die Ransomware WannaCry weltweit im Internet und infizierte Rechner, die eine ungepatchte ältere Windows-Version hatten. Auch die Deutsche Bahn war betroffen.

Zu sehen ist ein Screenshot eines Bildschirms, der die WannaCry Ransomware Erpressung zeigt.

Wer 2017 das auf seinem Rechner angezeigt bekam, musste um seine Daten fürchten.

Denial-of-Service (DoS)-Angriffe

Bei einem DoS-Angriff versuchen Angreifer, einen Server, eine Website oder ein Netzwerk durch Überlastung lahmzulegen. Hierbei werden so viele Anfragen an das Ziel gesendet, dass es nicht in der Lage ist, den Datenverkehr zu bewältigen und dadurch für legitime Benutzer unzugänglich wird.

Man-in-the-Middle-Angriffe

Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff platziert sich ein Angreifer zwischen zwei Kommunikationspartnern, die glauben, sie würden direkt miteinander kommunizieren, um den Datenverkehr abzufangen und zu manipulieren. Der Angreifer kann beispielsweise vertrauliche Informationen wie Passwörter oder Kreditkartennummern stehlen oder den Inhalt von Nachrichten ändern. Es ist wie eine Art Lauschangriff, bei dem der Angreifer das Gespräch abfängt und auch kontrollieren kann.

Social Engineering

Social Engineering bezieht sich auf Angriffe, bei denen Angreifer versuchen, menschliche Schwachstellen auszunutzen, anstatt technische Sicherheitsmaßnahmen zu überwinden. Dies kann beispielsweise durch Manipulation oder Täuschung von Personen geschehen, um Zugang zu sensiblen Informationen zu erhalten. So können die Opfer zum Beispiel per Mail oder Telefon, aber auch in persönlichen Kontakten dazu gebracht werden, sensible Daten, wie zum Beispiel Bankdaten, preiszugeben.

Zero-Day-Exploits

Zero-Day-Exploits sind Sicherheitslücken in Software oder Betriebssystemen, die noch nicht bekannt sind und für die es noch keinen Patch gibt. Angreifer können diese Lücken ausnutzen, um unbefugten Zugriff auf Systeme zu erlangen, bevor die Entwickler sie beheben können. Durch solche Sicherheitslücken kann es zum Beispiel auch zum Einspielen einer Ransomware kommen, wie es bei WannaCry passiert ist.

Insider-Bedrohungen

Insider-Bedrohungen treten auf, wenn jemand mit berechtigtem Zugriff auf Systeme oder Daten absichtlich oder versehentlich Schaden anrichtet. Dies kann ein Mitarbeiter sein, der vertrauliche Daten stiehlt oder unbeabsichtigt durch nachlässiges Verhalten Sicherheitsverletzungen verursacht. Dies kann aber auch der Fall sein, wenn sich ein Hacker mit gestohlenen Mitarbeiterdaten Zugang zum System verschafft oder ehemalige Mitarbeiter noch funktionierende Zugangsdaten haben und diese böswillig nutzen.

10 wichtige Tipps für die Cyber Security von Unternehmen

  1. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen über aktuelle Bedrohungen, Betrugsmaschen und bewährte Sicherheitspraktiken. Sensibilisierung ist der erste Schritt zur Stärkung der Cyber Security.
  2. Bereiten Sie sich auf mögliche Cyberangriffe vor, um möglichst schnell reagieren zu können. Halten Sie Übungen für den Ernstfall ab und spielen Sie mögliche Angriffsszenarien durch. Besprechen Sie, wer welche Kompetenzen hat, also zum Beispiel entscheiden darf, ob der Webserver heruntergefahren wird oder welche Netzwerksegmente offline gestellt werden. Sorgen Sie auch dafür, dass für Notfälle immer jemand auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar ist, selbst ohne funktionierendes Netzwerk.
  3. Aktualisieren Sie regelmäßig Ihre Systeme. Halten Sie Betriebssysteme, Anwendungen und Sicherheitssoftware auf dem neuesten Stand, um bekannte Schwachstellen zu beheben. Halten Sie auch Ihre Mitarbeiter dazu an, regelmäßige Updates an ihren Computern durchzuführen.
  4. Stellen Sie Passwortrichtlinien in Ihrem Unternehmen auf, um dafür zu sorgen, dass Ihre Mitarbeiter nur starke Passwörter verwenden und diese regelmäßig wechseln. Zudem empfiehlt es sich, eine Multifaktor-Authentifizierung zu nutzen und Passworttresore.
  5. Schützen Sie Ihre Netzwerke vor unautorisierten Zugriffen, indem Sie Firewalls, Intrusion-Detection-Systeme und Verschlüsselungsmechanismen nutzen.
  6. Sichern Sie Ihre Daten. Führen Sie regelmäßige Backups durch und speichern Sie diese an einem sicheren Ort. Verschlüsseln Sie vertrauliche Daten und verwenden Sie geeignete Zugriffskontrollen.
  7. Implementieren Sie eine starke E-Mail-Sicherheit. Nutzen Sie Filter und Spam-Erkennung, um Phishing-Angriffe zu erkennen und zu blockieren. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter darin, Phishing-Mails von echten Mails zu unterscheiden und nicht unbedacht auf Links in Mails zu klicken oder wichtige Daten weiterzugeben.
  8. Etablieren Sie Berechtigungs- und Zugriffskontrollen. Gewähren Sie Mitarbeitern nur die notwendigen Zugriffsrechte auf Systeme und Daten. Überwachen Sie Zugriffe und setzen Sie starke Authentifizierungsmethoden ein.
  9. Schulen Sie Ihre Lieferanten und Partner. Erweitern Sie Ihre Sicherheitsmaßnahmen auf externe Parteien, die Zugriff auf Ihre Systeme oder Daten haben, um potenzielle Schwachstellen zu minimieren.
  10. Tauschen Sie sich über Bedrohungen und Sicherheitsmaßnahmen in Netzwerken aus. Werden sie zum Beispiel Mitglied im UP KRITIS, oder in der Allianz für Cyber-Sicherheit.

Bleiben Sie informiert

Wenn Sie alle unsere Tipps zur Cyber Security beherzigen, sind Ihre wertvollen Unternehmensdaten gut geschützt. Dennoch bieten diese Maßnahmen keinen hundertprozentigen Schutz. Hacker, die Unternehmensdaten erbeuten wollen, sind beharrlich und erfinderisch. Seien Sie deshalb wachsam und informieren Sie sich regelmäßig über die neuesten Bedrohungen und Sicherheitstipps.

 

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