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Social Media Recruiting: Neue Mitarbeiter durch Social Media gewinnen

Social Media Recruiting: Neue Mitarbeiter durch Social Media gewinnen

Tina Ackermann
Tina Ackermann
Veröffentlicht am Februar 24, 2022   

Social Media Recruiting – Das Wichtigste in Kürze

  • Social Media Recruiting ist die Personalsuche in Social Media Kanälen.

  • Es gibt zwei Arten von Social Media Recruiting: Push- und Pull-Marketing.

  • Es zahlt sich aus, organische und bezahlte Inhalte zu kombinieren.

  • Alle Social Media Plattformen eignen sich für Social Media Recruiting –
    allerdings hat jede von ihnen besondere Stärken und erfordert besonderen Content.

Noch vor wenigen Jahren war Recruiting in den meisten Branchen einfach. Man schaltet eine Stellenanzeige, hunderte Kandidaten bewerben sich und die besten lädt man zum Vorstellungsgespräch ein. Heute ist die Situation für die meisten Unternehmen anders.  Denn aus dem Arbeitgebermarkt wird ein Arbeitnehmermarkt: Nicht die Firmen wählen zwischen mehreren Kandidatinnen und Kandidaten aus, sondern umgekehrt. Social Media Recruiting ist eine Antwort auf diese Herausforderung.

Was ist Social Media Recruiting eigentlich?

Social Media Recruiting (alternativ: Social Recruiting) umfasst alle Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung über soziale Medien wie Instagram, Facebook, LinkedIn, WhatsApp und TikTok. Zu unterscheiden sind dabei sogenannte Push-Mechanismen wie Stellenanzeigen oder direkte Ansprache und Pull-Mechanismen wie Social Media Content zu HR-Themen oder gar komplett auf Employer Branding zugeschnittene Kanäle und Kampagnen. Allen gemeinsam ist, dass sie nur dann erfolgreich sind, wenn sie vom Kandidaten bzw. der Kandidatin her gedacht sind und nicht vom Unternehmen. Der Köder muss – wie immer im Marketing – dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

Ziele von Social Media Recruiting

Grundsätzlich gibt es zwei Ziele, die Social Media Recruiting erreichen kann:

  1. Push-Marketing

    Menschen, die auf der Suche nach einem neuen Job sind, erfahren von einem konkreten Job-Angebot. Hierzu bekommen sie Stellenanzeigen angezeigt oder werden über Direktnachrichten angesprochen. Man schiebt ihnen eine offene Stelle vor die Nase – daher wird diese Kommunikation auch “Push”-Marketing genannt.

  2. Pull-Marketing

    Menschen, die nicht konkret suchen, werden so lange mit den eigenen Vorzügen konfrontiert, bis sich bei ihnen der Wunsch entwickelt, Mitarbeiterin oder Mitarbeiter in einem Unternehmen zu werden. Hier kommen beispielsweise Image-Anzeigen, Fotos von außergewöhnlichen Mitarbeiter-Benefits wie der Firmen-Skitour oder der kostenlosen Massage sowie Berichte über unkomplizierte Karrierewege, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Möglichkeit von Workation und weiteres in Frage. Weil man mit diesen Maßnahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Unternehmen zieht, nennt man diese Kommunikation “Pull-Marketing”.

Unterschied Push- und-Pull-Marketing

Unterschied Push- und-Pull-Marketing

Eine gute Social Recruiting Strategie beinhaltet beide Richtungen – Push und Pull. Potenzielle Mitarbeiter erfahren idealerweise schon vor ihrer konkreten Suche von einem Unternehmen (Pull) und erhalten, sobald es ernst wird, schnell ein Angebot (Push).

Social Media Recruiting Strategie: Organic oder Paid

Wie immer, wenn es um Kommunikation in sozialen Medien geht, stellt sich die Frage, ob man auf bezahlte oder auf unbezahlte Reichweite setzt. Gerade beim Social Media Recruiting empfiehlt sich dabei eine Kombination aus beidem.

  1. Organisches Social Recruiting: Mitarbeiter als Botschafter

    Für organische Reichweite benötigt man Botschafter, die Inhalte in die Welt tragen. Bei Themen rund um die Personalgewinnung sind das am besten die eigenen Mitarbeiter: Denn Sie haben Gründe, weshalb sie bei einem Unternehmen arbeiten. Man sollte diese ermitteln und das eigene Team dazu anregen, ihre Begeisterung auch über ihre eigenen Social Media Kanäle in die Welt zu tragen.

    Ein gutes Unternehmensprofil ist hier ebenfalls sinnvoll, viele Unternehmen setzen dabei auch auf einen extra Karriere- oder Ausbildungs-Account, auf welchem nur Content über das Unternehmen als Arbeitgeber veröffentlicht wird und über welchen auch Anzeigen geschalten werden können.

  2. Bezahltes Social Recruiting: Ads auf Facebook, Instagram, TikTok und LinkedIn

    Da durch die Kommunikation der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur deren Netzwerke angesprochen werden, ist es sinnvoll ergänzend auf bezahlte Formate zu setzen. Die sozialen Netzwerke bieten Möglichkeiten, Werbung sehr granular bestimmten Kandidaten auszuspielen. Mit der LocalUp Software besteht zudem die Möglichkeit, individualisierte Anzeigen in sozialen Medien im Umkreis bestimmter Orte zu schalten.

Welche Social Media Plattform eignet sich am besten für Social Recruiting?

Die unterschiedlichen Social Media Plattformen eignen sich im Social Media Recruiting für unterschiedliche Zielgruppen, Strategien und Contents. Sie lassen sich grob wie folgt zuordnen:

Zielgruppe
Strategie und Content
Instagram
  • Werkstudenten

  • Berufseinsteiger

  • Young Professionals

  • Trainees

  • Explizite Vorstellung der Mitarbeiter und Kultur z.B. durch Übernahme des Profils

  • Konkrete Stellenanzeigen

Facebook
  • Berufserfahrene

  • Eltern von Auszubildenden und Berufseinsteigern  

  • Vorstellung der Mitarbeiter und Kultur auch in seriöserer Tonlage möglich

  • Konkrete Stellenanzeigen

TikTok
  • Praktikanten

  • Schüleraushilfen

  • Auszubildende

  • TikTok-Challenges für Mitarbeiter

  • Implizite Vorstellung der Kultur produziert im TikTok-Style mit schnellem Schnitt und Musik

LinkedIn
  • Studenten

  • Berufseinsteiger 

  • Berufserfahrene (Büro)

  • Branchen-Wissen präsentiert von Mitarbeitern

  • Mitarbeiter als Experten positionieren

  • Konkrete Stellenanzeigen

    1. Mitarbeiter auf Instagram präsentieren

      Instagram ist von der Zielgruppe her etwas älter als z.B. TikTok – hier findet man Young Professionals, Trainees usw. Instagram eignet sich inhaltlich beispielsweise, um eigene Mitarbeiter vorzustellen. Beliebt ist auch, den Kanal wochenweise Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen zu überlassen – auf Dauer entsteht bei den Nutzern so ein breiter Überblick über ein Unternehmen.

Mitarbeiter Vorstellung auf dem Instagram Account von LocalUp

Mitarbeiter Vorstellung auf dem Instagram Account von LocalUp

  1. Unternehmenskultur auf Facebook zeigen

    Auf Facebook erreicht man heute alle Altersgruppen. Die Plattform eignet sich, um Einblicke in die Kultur zu geben. Zeigt man beispielsweise Bilder und Videos von wöchentlichen Feedbackrunden oder Events, auf denen sich unterschiedliche Jobstufen und Abteilungen kennenlernen, zeigt das dem Zuseher, dass hier flache Hierarchien vorherrschen. Wie Instagram ist dabei auch Facebook ein Kanal, den Nutzern aus privatem Interesse wählen. Man darf hier seriöser sein, aber auf keinen Fall langweilig – denn die Posts der Freunde sind in der Smartphone-App nur eine Daumenbewegung entfernt.

  2. TikTok zur Azubi-Gewinnung nutzen

    TikTok eignet sich als Plattform besonders um Jugendliche anzusprechen – also beispielsweise Auszubildende, Praktikanten oder Schüleraushilfen. Um auf der Plattform für Aufmerksamkeit zu sorgen, können sich beispielsweise Mitarbeiter an TikTok-Challenges beteiligen. Bei eigenem Content ist wichtig, dass er zu TikTok passt – schnelle Schnitte, Musik usw. sind hier wichtig.

    https://www.tiktok.com/@edekaausbildung/video/7064598427690159366

  3. Stellenanzeigen auf LinkedIn oder Xing schalten

    Xing und LinkedIn ist der klassische Ort für Stellenanzeigen – hier suchen Nutzer bewusst nach neuen Jobs. Warum also nicht diese Chance nutzen und eine klassische Stellenanzeige schalten?
    Parallel hat sich vor allem LinkedIn auch zu einem inhaltsstarken Karriere- und Fachmedium entwickelt. Hier können sich Unternehmen und vor allem auch einzelne Experten als Fachexperten positionieren und so eine attraktive Umgebung für Experten bieten.

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Erfahren Sie mehr über Personal Branding auf LinkedIn und wie Sie mit Ihren Mitarbeitern als Markenbotschaftern Ihr Unternehmen voran bringen können.

Social Media Recruiting Kampagne mit LocalUp: DPD sucht lokal Mitarbeiter für verschiedene Standorte

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für alle Social Recruiting Kampagne ist, dass diese den Ansprüchen der Zielgruppe gerecht werden. Wie das funktionieren kann, zeigte der Logistikdienstleister DPD gemeinsam mit LocalUp auf Facebook und Instagram. Kandidaten für den Job des Paketzustellers suchen vor allem Jobs „in der Nähe“. Also hat das Unternehmen sich entschieden, in die Jobanzeige prominent auch den Standort aufzunehmen. Ergebnis: Social Media Anzeigen mit dem Text „Wir suchen Paketzusteller in Berlin-Hohenschönhausen“ waren deutlich erfolgreicher als Anzeigen ohne Erwähnung des Orts.

Social Recruiting Kampagne der DPD Service GmbH

Social Recruiting Kampagne der DPD Service GmbH

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Lesen Sie in unseren Case Studies, wie die lokal individualisierte Recruitment-Kampagne für DPD auf Facebook, Instagram und Google ausgespielt wurde.
 

Social Media Recruiting bietet viele Chancen

Social Recruiting ist für moderne Mitarbeitergewinnung eine Art Schweizer Taschenmesser mit einer Menge Möglichkeiten. Entscheidend für den Erfolg ist, dass man sich zu Beginn der Planungen über die eigenen Ziele und Strategien Gedanken macht und erst danach in die Umsetzung geht. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei!

Inhaltsverzeichnis

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