Blog
Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

Caro Falsett
Caro Falsett
Veröffentlicht am November 26, 2021   
Aktualisiert am März 21, 2022

Im Bereich des Social Media Marketings kann man schon mal den Überblick verlieren. Vorbei sind die Tage, als auf die Frage “Welche Plattform nutzen wir?” ohne Zögern “Facebook” genannt wurde, weil es schlicht und einfach nicht viele Alternativen gab. Heutzutage gilt Facebook zwar noch immer als Platzhirsch, doch es gibt immer mehr Alternativen, die ein erfolgreicher Marketer nicht außer Acht lassen sollte. Grundsätzlich stellt sich immer die Frage, wer in der passenden Zielgruppe für Ihr Produkt ist und auf welchen Plattformen sich diese Audience aufhält. Und damit Sie das nächste Mal gut vorbereitet sind, wenn Ihr Chef Sie dazu auffordert, Vorschläge bezüglich neuer Marketingplattformen zu machen, will ich Ihnen im Folgenden einen Überblick über die derzeit wichtigsten Social Media Plattformen geben.

 

Facebook – Vorreiter oder fast schon tot?

 

Facebook sollte jedem, der im Marketing arbeitet, ein Begriff sein. Das Netzwerk wurde 2004 von Mark Zuckerberg gegründet und ist heutzutage vor allem für seine Gruppen bekannt, in denen sich zu allen möglichen Themen ausgetauscht werden kann. Die größte aller Social Media Plattformen zählt 2,91 Milliarden monatlich aktive Nutzer, 1,93 Milliarden davon nutzen das Netzwerk sogar täglich. Doch wie sieht es mit der Nutzerverteilung aus? 

Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

Wie im Diagramm zu sehen, ist Facebook keinesfalls tot. Noch immer wird die Plattform täglich von sehr vielen Menschen genutzt und bietet somit für die meisten Firmen eine gute Grundlage für das Social Media Marketing. Wichtig ist hierbei nur, nach der eigenen Zielgruppe Ausschau zu halten. Bei Produkten, die sich hauptsächlich an Jugendliche richten, kann durchaus darüber diskutiert werden, ob hier das Werbebudget nicht auf einer anderen Plattform besser aufgehoben wäre.

 

Welcher Aspekt aber nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist der in fast allen Altersgruppen existente Unterschied zwischen Männern und Frauen. Nur bei den Usern ab 55 Jahren haben die Frauen die Nase vorn, in allen anderen Altersgruppen sind mehr männliche als weibliche Nutzer vorhanden.

 

Instagram – das neue Facebook?

 

Instagram liegt mit über 1 Milliarde aktive Nutzer im Monat zwar ein gutes Stück hinter Facebook, sollte aber aufgrund der schieren Größe der Plattform nicht außer Acht gelassen werden. Und auch die Klischees, nach denen sich Instagram nur für Beauty-Produkte und Influencer-Marketing eignet, stimmen nicht. Doch wer treibt sich denn nun eigentlich so auf Instagram herum?

Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

Auf den ersten Blick fällt auf: die Instagram Audience ist noch ein wenig jünger als bei Facebook, ab 55 Jahren finden sich nur noch vereinzelt User in dem Netzwerk. Die Gruppe der 18 bis 24-Jährigen ist hingegen deutlich stärker ausgeprägt. Doch eins haben Facebook und Instagram gemeinsam: die Jugendlichen nutzen sie nicht mehr so ausgiebig wie noch vor ein paar Jahren und scheinen ihre eigenen Kommunikationskanäle gefunden zu haben.

 

Auffällig ist außerdem, dass speziell im Vergleich zu Facebook noch mehr Frauen Instagram nutzen. Vor allem in der Altersgruppe der 25-34 Jährigen ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern nicht so massiv ausgeprägt.

 

Youtube – der Klassiker?

 

Youtube ist seit Jahren die beliebteste Plattform zum Veröffentlichen von Videos. So beliebt, dass mittlerweile über 1,9 Milliarden angemeldete Nutzer das Netzwerk monatlich besuchen, das ist fast die Hälfte der Internet-Nutzer. Die Plattform ist in 80 Sprachen verfügbar und hat regionale Versionen in 91 Ländern. So weit, so gut – doch welche Zielgruppen kann man über Youtube gut erreichen?

Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

Beeindruckend. Nicht nur in den jungen Altersgruppen wird Youtube genutzt, sondern selbst bei den über 75-jährigen wird die Plattform von mehr als 50% genutzt. Eine so breit gefächerte Nutzerstatistik kann kein anderes Netzwerk vorweisen. Doch warum macht nicht jedes Unternehmen auf Youtube Werbung, wenn es von der Zielgruppe her so viele Möglichkeiten bietet?

Die Antwort ist simpel: Youtube Marketing kostet Zeit und Geld. Im Gegensatz zu Facebook oder Instagram, wo theoretisch schnell ein Bild gepostet werden kann, ist der Aufwand auf einer Videoplattform natürlich deutlich höher. Und da viel des normalen Contents heutzutage hochwertig produziert wird, ist ein verwackeltes 5-Sekunden Video meist kein gutes Creative und somit auch keine gute Werbung. 

 

Pinterest – nur für Frauen?

 

Pinterest wird heutzutage noch vielerorts als Plattform für Frauen bezeichnet, welche außer Do-it-yourself und Yoga keine Interessen haben. Doch mit einem Umsatz von 633 Millionen Dollar im dritten Quartal 2021 sollte jedem Marketer klar sein, dass Pinterest längst aus den Kinderschuhen gewachsen ist. Wie sieht die Pinterest Audience nun wirklich aus?

Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

Aus dem Diagramm geht hervor, dass auch Pinterest eine vornehmlich jüngere Zielgruppe hat, immerhin sind 72% der Zielgruppe unter 45. Leider bietet Pinterest keine detaillierten Insights zur Geschlechterverteilung in den unterschiedlichen Altersstufen. Einzig bekannt ist, dass rund 70% der Nutzer weiblich sind. Doch ein Zusatz darf bei dieser Statistik nicht vergessen werden: 40% der Neuanmeldungen bei Pinterest sind Männer. Das entspricht derzeit einem jährlichen Wachstum von 70%. Welcher Content auf Pinterest gut funktioniert und ob sich Pinterest für Ihr Unternehmen lohnt, das erfahren Sie hier: Pinterest – Potenzial oder Platzpatrone?

 

Snapchat – nur was für Kinder?

 

Auch Snapchat sollte dem Marketer nicht unbekannt sein. Snapchat ist populär für seine Beliebtheit speziell bei einer sehr jungen Zielgruppe. Auf dieser Plattform können sich Nutzer gegenseitig kurze Videos oder Fotos schicken (“Snaps”), die für den Anderen dann entweder 24 Stunden sichtbar sind oder direkt nach dem ersten Ansehen verschwinden. Auch können Gruppen gebildet werden und Content innerhalb der Gruppen verbreitet werden. Doch stimmt das Gerücht, dass sich Snapchat nur für Unternehmen mit einer sehr jungen Zielgruppe eignet?

Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

Ohne schlechtes Gewissen kann bei diesem Diagramm nun bestätigt werden: Snapchat ist fast ausschließlich für die Vermarktung an sehr junge Zielgruppen geeignet. Leider gibt es auch hier keine genaue Aufschlüsselung nach Geschlechtern, doch Snapchat bestätigt, dass mehr als 57% der User weiblich sind. Wichtig ist beim Snapchat Marketing allerdings zu sagen, dass paid content auf einer speziellen Seite (“Discover”) angezeigt wird und dem Nutzer nicht automatisch ausgespielt wird. Außerdem wird organischer Content nur dann angezeigt, wenn sich der Nutzer mit dem Unternehmen vernetzt hat.

Weitere Informationen über Snapchat Marketing und dem Vergleich zu TikTok finden Sie in diesem Artikel.

 

LinkedIn – nur was für Arbeitsangelegenheiten?

 

LinkedIn ist hierzulande vor allem als Alternative zu XING und als Arbeitsnetzwerk bekannt. Hier vernetzt man sich mit Arbeitskollegen, tauscht wissenschaftliche Artikel aus und findet sich in fachlich orientierten Gruppen zusammen. Mit weltweit über 690 Millionen registrierten Nutzern ist definitiv keine Rede mehr von einer kleinen, unwichtigen Plattform. Doch wie sieht es mit der Alters- und Geschlechtsverteilung auf LinkedIn aus?

Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

 

LinkedIn ist vor allem bei den 35 bis 64-jährigen beliebt, jüngere Generationen sind noch nicht sehr breit auf der Plattform vertreten. Auch auffällig: auf LinkedIn scheint es grundsätzlich einen Männerüberschuss zu geben, sie sind in den stärker vertretenen Altersgruppe in der Überzahl. Aus diesen Angaben leitet sich ab, welche Inhalte auf der Plattform gut laufen (könnten) und welche hier eher weniger zu erwarten ist (z.B. Cat Content).

Übrigens: im Gegensatz zu den anderen Social Media Netzwerken wird auf LinkedIn sehr häufig noch gesiezt!

 

TikTok – nur was für 12-jährige Mädchen?

 

TikTok sollte mittlerweile jedem Marketer ein Begriff sein. Die App, die von der chinesischen Firma ByteDance gelauncht wurde, ist das momentan am schnellsten wachsende Social Media Netzwerk der Welt. Allein im 4.Quartal 2019 wurde die App 220 Millionen Mal gedownloadet. Und doch scheinen die Vorurteile bezüglich TikTok weit verbreitet zu sein, denn oft hört man, dass die TikTok-Audience zu jung wäre, als dass sich Marketing in dieser Altersgruppe lohnen würde. Doch wer ist denn nun wirklich auf der Plattform unterwegs?

Tief im Social Media Dschungel: Welche Audience erreiche ich mit welcher Plattform?

Schaut man sich die Nutzerstruktur von TikTok an, fällt vor allem auf: ja, die User sind jung. Sehr jung im Vergleich zur Netzwerken wie LinkedIn oder Facebook. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit sind die Nutzer auch nicht so liquide, bedenkt man, dass sich viele von ihnen noch in der Ausbildung befinden. Doch das hält viele Firmen nicht vom Marketing auf TikTok ab. Ihre Devise: Markenbindung. So launchte BMW erste im Sommer letzten Jahres eine große Kampagne. Ja, Sie haben richtig gelesen: ein Autokonzern macht Marketing auf einer Plattform, auf der viele (wenn nicht die meisten) der Nutzer nicht einmal einen Führerschein besitzen. Das Unternehmen setzt hierbei auf den Markenbindungseffekt und hoffen, dass sich die Jugendlichen in ein paar Jahren auf BMW zurück entsinnen. Weitere Infos zu TikTok finden Sie hier.

 

Eindeutig ist: man kann nicht alle Social Media Plattformen über einen Kamm scheren. Jedes Netzwerk ist individuell, was sich auch in den Usern widerspiegelt. Sollten Sie eine neue Kampagne planen, kann ich Ihnen nur raten, sich mal wieder mit den einzelnen Plattformen auseinanderzusetzen – vielleicht finden Sie ja eine Ecke, in der Sie Ihre Audience auch noch antreffen können.

 

Bei Fragen oder Anregungen, zögern Sie nicht uns hier zu kontaktieren!

 

LocalUp-To-Date

Erhalten Sie alle zwei Wochen spannende Insights aus der Online-Marketing-Welt zu Social Media und lokalem Marketing. Bleiben Sie up-to-date und melden sich zum Newsletter an!

LocalUp-To-Date

Erhalten Sie alle zwei Wochen spannende Insights aus der Social-Media- und Local-Marketing-Welt.

Bleiben Sie up-to-date und melden sich zum Newsletter an!