Werbefreies Meta-Abo: Die Gefahren für Ihr Social Advertising

Werbefreies Meta-Abo: Die Gefahren für Ihr Social Advertising

Veröffentlicht am 29. November 2023

Sissy Scheible

Sissy Scheible

Social Media Marketing

Werbefreies Meta-Abo - Das Wichtigste in Kürze:

  • Gegen eine monatliche Gebühr ist es Nutzern von Facebook und Instagram in Europa nun möglich, die Social Media Kanäle werbefrei zu nutzen. Die Kosten sind jedoch mit einem Mindestpreis von 9,99€ im Monat recht hoch und sollen zukünftig auch noch steigen. 

  • Der Grund für die Einführung des werbefreien Meta-Abos ist ein Rechtsstreit mit der EU. Die EU-Datenschutzverordnung verlangt, dass Nutzer ausdrücklich zustimmen müssen, wenn Anbieter ihre Daten zur Personalisierung von Werbung verwenden, wozu das Abo nun dienen soll.

  • Über 95 Prozent der Nutzer geben an, das neue Abo nicht nutzen zu wollen. 

  • Laut Meta beeinträchtigt die Nutzung des Abos die Möglichkeiten, Werbung zu schalten und an Partnership Ads mitzuwirken. Werbetreibende sollten das Abo somit keinesfalls abschließen.

Endlich nicht mehr ständig Werbung bei Facebook und Instagram angezeigt bekommen: Was viele Nutzer sich schon seit langem wünschen, ist jetzt tatsächlich möglich. Meta hat ein Abo zur werbefreien Nutzung der beiden Plattformen eingeführt. Doch das Abo ist teuer und hat, vor allem für Social Media Advertiser, schlimme Folgen.

Was beinhaltet das werbefreie Meta-Abo?

Gegen eine Gebühr ist es Nutzern von Facebook und Instagram in Europa nun möglich, die Social Media Kanäle werbefrei zu nutzen. Sie sehen also keine Werbung mehr im Feed oder in den Stories. Der Content selbst wird aber weiterhin personalisiert ausgespielt, also auf die persönlichen Vorlieben abgestimmt.

Wer die Meta-Angebote weiterhin kostenfrei nutzen möchte, muss sich mit der Nutzung seiner Daten für personalisierte Werbung einverstanden erklären.

Screenshots davon, wie über das Smartphone das werbefreie Meta-Abo abgeschlossen werden kann.

So aktivieren Sie das werbefreie Meta-Abo über die App.

Was kostet das werbefreie Meta-Abo?

Metas Haupteinnahmequelle ist die Ausspielung von Werbung, die mittels der Auswertung der Userdaten den persönlichen Vorlieben der Nutzer entsprechend ausgespielt wird. Meta hat somit kein wirkliches Interesse daran, möglichst viele Nutzer für das werbefreie Abo zu begeistern. Das zeigt sich alleine schon an den Preisen, die wohl kaum jemand bereit ist zu zahlen.

  • Der Mindestpreis von 9,99€ im Monat gilt nur für die Nutzer, die das Abo über den Browser abschließen. Wer das Abo in der jeweiligen Android- oder iOS-App erwirbt, muss sogar 12,99€ monatlich zahlen, was mit Zusatzgebühren für Apple und Google begründet wird.

  • Wer das werbefreie Abo sowohl auf Facebook, als auch auf Instagram nutzen will, muss ab März 2024 6€ (Browser), bzw. 8€ (App) extra zahlen, denn ab dann gilt der Mindestpreis nur noch für ein Konto.

  • Wer seine Facebook und Instagram Konten nicht verknüpft hat, muss von Anfang an den Mindestpreis je Konto zahlen, wodurch es noch teurer wird, das werbefreie Meta-Abo für beide Kanäle zu nutzen.

Warum wurde das werbefreie Meta-Abo in Europa eingeführt?

Warum führt Meta in Europa ein werbefreies Abo ein, von dem der Konzern eigentlich gar nicht möchte, dass die User es nutzen?

Der Grund ist ein Rechtsstreit mit der EU. Meta wertet bekanntlich durch Tracking das Surfverhalten der Nutzer aus und zeigt ihnen auf diesen Daten basierende personalisierte Werbung an. Dieses Vorgehen wurde Meta jedoch in der EU von der irischen Datenschutzbehörde untersagt (Meta hat seinen europäischen Sitz in Irland) und mit einem Bußgeld von 390 Millionen Euro bestraft. Die EU-Datenschutzverordnung verlangt, dass Nutzer ausdrücklich zustimmen müssen, wenn Anbieter ihre Daten zur Personalisierung von Werbung verwenden, was bei Meta bislang nicht der Fall war. Meta nutzt das neue Abo also dazu, damit sich Nutzer aktiv für oder gegen ein Werbetracking entscheiden können. Wer weder zahlen will, noch seine Daten für das Tracking freigeben möchte, muss sich nach einer Alternative zu Facebook und Instagram umsehen.

Welche Folgen hat das werbefreie Meta-Abo für Ihr Social Media Advertising?

Zielgruppe

Müssen Sie nun fürchten, dass die Zielgruppe, an die Sie ihre Social Ads ausspielen können, zukünftig wesentlich kleiner wird? Wohl kaum. Diversen Umfragen zufolge, die nach der Veröffentlichung des neuen werbefreien Meta-Abos in Blogs und auf Social Media gemacht wurden, wollen über 95 Prozent der Nutzer von Facebook und Instagram die Plattformen zukünftig weiterhin mit Werbung nutzen.

Folgen für Ihr Werbekonto

Weitaus kritischer sind die Folgen des neuen werbefreien Meta-Abos für Sie als Werbetreibende, wenn Sie selbst das Abo abschließen. Laut Meta beeinträchtigt die Nutzung des Abos die Möglichkeiten, Werbung zu schalten und an Partnership Ads mitzuwirken. Zudem hat der Abschluss des Abos Auswirkungen auf die Monetarisierungsmöglichkeiten über Meta-Produkte, so der Konzern.

Beim Abschluss des werbefreien Meta-Abos stehen Ihnen u.a. folgende Features nicht mehr zur Verfügung:

  • Das Schalten von Werbeanzeigen und Bewerben von Beiträgen für Ihr Instagram-Konto und Facebook-Profil (auch das Bewerben eigener Marketplace-Inserate).

  • Das Schalten von Werbeanzeigen für eine Facebook-Seite, wenn diese mit einem Instagram-Konto verknüpft ist, das über ein werbefreies Abo verfügt.

  • Das Mitwirken an Partnership Ads auf Instagram und Facebook

  • Die Monetarisierung mit Werbung in Reels und In-Stream Ads.

Screenshot von Meta über die Folgen eines Abschlusses des werbefreien Meta-Abos

Die Möglichkeiten, wie trotz des neuen Abos noch Werbung geschaltet werden kann, sind sehr gering. (Quelle: Meta)

Weitere Informationen zu den Einschränkungen für Werbetreibende und Creators durch das werbefreie Meta-Abo finden Sie HIER.

Facebook und Instagram weiter mit Werbung nutzen

Meta macht mehr als deutlich, dass Nutzer, die keine Werbung angezeigt bekommen wollen, solche auch nicht schalten dürfen. Für alle Social Advertiser, Social Media Manager, Unternehmen mit Social Media Accounts und dergleichen gilt daher, Facebook und Instagram unbedingt weiter mit Werbung zu nutzen, um keinen Einschränkungen zu unterliegen. Wichtig ist: Selbst wenn Sie eine Agentur damit beauftragen, Ihre Social Ads zu schalten, so ist dies der Agentur nicht weiter möglich, wenn Ihre Unternehmensaccounts das werbefreie Abo nutzen.

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